Vorschaubild für Blogeintrag "Mädelweekend- Nägel lackieren und Pickel ausdrücken?"

Mädelweekend- Nägel lackieren und Pickel ausdrücken?

ODER DOCH LIEBER:
Auf 1815m ü.M. mit dem Rad und danach auf 2773m ü.M. in Trailrunningschuhen :-)

  • Geschichten aus dem Leben

An das wunderschöne Engadin hab ich schon vor Jahren mein Herz verloren.

Karina und ich haben hier bereits 2x das Öttilö SwimRun gefinisht und waren so begeistert von dieser Gegend und haben immer wieder gesagt, wir müssen hier auch mal so herkommen, ganz ohne zu racen.

Tja, danke Corona, du hast eben doch auch Vorteile.

Das Event hat zwar stattgefunden, wir haben uns jedoch dagegen entschieden, unter den aktuellen Bedingungen zu starten. Für uns passte es einfach nicht, wenn in den öffentlichen Verkehrsmitteln noch eine Maskenpflicht besteht und wir uns dann aber im Startbereich mit hundert anderen aneinander kuscheln. Muss jeder für sich entscheiden. Wir haben es als Chance gesehen, unser Mädelsweekend mal auf eine andere Art zu gestalten.

Freitag nach Feierabend ging es also mit nem vollbepacktem Auto runter nach Silvaplana.

Standardmässig haben wir in unserem "üblichen" Hotel mit Bergblick eingecheckt. Nachdem ich das erste Mal den Heldentot gestorben bin, weil ich mit meiner riesen Proletenkarre in der verdammten Tiefgarage beinahe kaum noch vor und zurück kam, waren wir froh, als wir endlich auf dem Zimmer waren.
Ganz neue Erfahrung so ohne die übliche "Raceaufregung". Ne entspannte gemeinsame Yogaeinheit und dann sind wir auch zeitnah ins Körbchen gehuscht, um am nächsten Tag fit zu sein für unsere Vorhaben.

Nach einem ausgiebigen Frühstück (und natürlich ner Runde Yoga) parkten wir die Karre mitten im Nirgendwo und schwangen uns auf die Räder um den Malojapass zu bezwingen.
Da wir im Vorfeld von dort auch mit dem Auto kamen wussten wir in etwa, was uns erwartet.

13km mit 750 Höhenmeter.

Am Anfang ging es galant einfach stätig berghoch, zum Abschluss kamen dann 13 Haarnadelkurven bis hoch zum Gipfel.
Vor denen hatten wir doch n bissl die Hosen voll. Obwohl wir im Nachhinein sagen müssen, dass die eigentlich wirklich nicht so schlimm waren, die ersten 8km waren wesentlich hässlicher.

Jede Kurve zählten wir gemeinsam gaaaaaanz laut mit. Gebrüllt und gejubelt haben wir! Freude hatten wir, an jedem Motorradfahrer, der uns den Daumen Hoch zeigte, an jedem Autofahrer, der die Scheibe runterliess und "Hopp Hopp" gröhlte. So schön, wie Menschen sich mitfreuen können, wenn sie sehen, wir man strahlend so n Berg hochstrampelt und einen dann durch ihre Zurufe unterstützen.
Stolz wie Oskar oben angekommen kamen wir danach zu MEINEM Part. Die Abfahrt. Gott wie ich es liebe so die Berge runterzubügeln. So ein schönes Gefühl.

Mit dem war es allerdings nicht getan für uns.

Wir fuhren zurück nach Silvaplana um den 3. Gipfel der 26summits Challenge zu erklimmen.

Natürlich nicht mit dem Wanderrucksack, sondern mit den Laufschuhen. An steilen Stellen wurde gegangen, sind wir ja schliesslich keine Trailrunner, sondern Pussys.
Laut Website sollte das Ziel die Mittelstation sein- Pustekuchen war`s. Klimperklar kamen wir an dieser Station an, um festzustellen, dass der Ort des Begehrens der Fuorcla Surley (2773m üM) war. Dieser war nochmal 2km und n paar Höhenmeter weiter weg. Aber wir sind sicher nicht so weit gerannt, um jetzt kurz vorm Ziel abzubrechen. Also Zähne zusammenbeissen und weiter ging es. Und wir wurden belohnt- verdammt wurden wir belohnt. Eine Sicht auf den Gletscher, ein Minibergsee, eine kalte Sprite, ein soooooo breites Grinsen.

Runterwärts war ich natürlich wieder voll in meinem Element und wie die Berggeisslein sind wir hinab geflitzt.
Zurück ins Auto- Kuchen essen im Heidiland- ab nach Hause.

Knappe 24h waren wir im Engadin. Wenig Zeit und trotzdem so viele Eindrücke. Das Gefühl von Ferien, direkt vor der Haustüre.

Es gibt soviel zu entdecken auf dieser Welt und soviel zu erleben.
Ab und zu solche Wochenenden tun mir persönlich so unendlich gut. Hin und wieder muss ich auch einfach mal was anderes sehen, als meine Velostrecken vor der Haustür.

Dieses Land ist und bleibt etwas sehr Besonderes für mich und ich kann mich an der Natur einfach nicht satt sehen. All das auf sportliche Weise zu erkunden ist sowas Tolles.

Vielleicht schmeisst ihr eure Gurke ja auch mal wieder in den Kofferraum und fahrt ne neue Route oder lauft n neues Berglein- es lohnt sich definitiv. 😊