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Claudi Swiss goes green

Ich allein kann den Planeten nicht retten, aber wir alle können einen kleinen Teil dazu beitragen.

Wie ihr wisst trainiere ich wöchentlich unzählige Stunden in der freien Natur. Es gibt für mich nichts schöneres, als draussen zu sein. Mutter Natur gibt mir so viel mehr, als RTL und Pro7.

Ich erspar euch jetzt den Vortrag über den Klimawandel und darüber, dass der Mensch selbst soooo viel dazu beiträgt, diese wunderschöne Erde zu zerstören, das ist uns allen bekannt.
Ich muss jedoch zugeben, ich selbst hab auch nicht sonderlich viel dazu beigetragen, etwas daran zu ändern. Ich schmeiss schliesslich keinen Müll auf die Strasse und benutzte nie ein Flugzeug, also bin ich ja quasi schon ne halbe Ökotusse, oder?
Aber es gibt doch so viel mehr, was wir tun können. In den letzten Wochen hab ich mich intensiv mit dieser Thematik beschäftigt und war erschrocken von den Zahlen, wieviel Plastemüll wir produzieren und wieviele Fischchen daran letztlich wirklich sterben. Klang vorher immer alles soweit weg für mich.
Es geht nur darum, einige kleine Gewohnheiten zu ändern, und wenn das jeden von uns tun würde, dann hätten wir schon einen grossen Schritt getan.

Schritt 1

Bike2Work war natürlich für mich sofort sehr naheliegend. Letztes Jahr, als ich noch 30km zur Arbeit hatte, hab ich das fast den ganzen Sommer gemacht- war ja quasi ne Trainingseinheit. Jetzt, wo ich 9km von der Arbeit weg wohne hatte ich das Gefühl, es lohnt sich ja kaum. Aber eben doch. Schliesslich sind das 90km die Woche- macht 360 im Monat, die ich meinen Proleten SUV der ordentlich Dreck in die Umwelt pustet schon mal in der Garage stehen lassen kann. Und für den Kopf ist es sowieso wunderbar, morgens frisch gelüftet auf der Arbeit anzukommen und am Nachmittag die Birne auch schon wieder frei zu haben.

Schritt 2: mein Wasserkonsum

Ich trinke im Schnitt 8 Liter am Tag (ich brauch das, schwitze ja auch den halben Tag wie n Esel). Von den 8l sind 3l auf der Arbeit, wo ich mir bequem aus der Küche ne Wasserflasche (PET) holen kann. 3 Flaschen am Tag…rechnet man das aufs Jahr aus (Urlaub etc. abgezogen) macht das 705 Flaschen. 705 Flaschen!!!….und da ist die Cola unterwegs noch nicht mit drin. Zu Hause trinke ich nur Leitungswasser und Tee, da bin ich also schon länger vorbildlich. Also hab ich mir fürs Büro eine Glasflasche gekauft, die ich jetzt dann einfach immer wieder auffülle. Die Umstellung hat mal sowas von nicht wehgetan.

Schritt 3: Kaffeekapseln….auch so n Müllberg, der unnötig ist

Zu Hause macht mir Fräulein Nespresso im Schnitt (zusätzlich zu meinem Kaffeekonsum auf Arbeit) so 3 Tassen. 3 Kapseln am Tag….21 die Woche, 93 im Monat. Kaffee ist reine Gewohnheitssache und auch diese Umstellung war einfach für mich. Gibt’s den ersten Kaffee eben erst auf Arbeit aus dem Vollautomaten. Und am Weekend benutzt ich mein italienisches BrühmichaufDingens mit frischem Kaffee.

Schritt 4: Bewusst einkaufen- auf Plaste verzichten

Eine echte Herausforderung. Ich hab mir so Säckchen gekauft, in die ich mein Obst und Gemüse packen kann, um auf den Plastebeutel zu verzichten. Soweit so gut. Aber achte mal drauf, wieviel Gemüse von „Hause aus“ schon verpackt ist. Ich war die Woche in 3 Supermärkten (ja, mit dem Fahrrad)auf der Suche nach unverpacktem Salat. Musste also gezwungenermassen für die Tage von meinem Ernährungsplan gestrichen werden, da ich keinen finden konnte. Joghurt im Glas ist auch nicht so einfach zu finden, wie ich dachte. Für Mozzarella habe ich keine Alternative gefunden und muss zugeben, dass ich darauf auch nicht verzichten will, aber man muss es ja auch nicht übertreiben. Der Besuch im „Unverpackt Laden“ steht für diesen Monat noch auf meiner Liste. Wird sicher spannend.

Schritt 5: Kosmetikprodukte

Die Umstellung auf Naturkosmetik ist bei mir schon vor längerem erfolgt, weil ich die einfach am besten vertrage. Jetzt hab ich dann auch noch die Flüssigseife gegen ein Stück normale Seife getauscht. Die Zahnbürste (wird normal 1x im Monat bei mir gewechselt) wurde mit einer Holzzahnbürste ersetzt. Die Haarbürste, die auch schon nicht mehr gut aussah ist weggeflogen und durch eine hoffentlich langlebigere Naturbürste getauscht worden. 1x Rasierer- wechsel ich 1x die Woche…jetzt hab ich so n geilen Retro Hobel wie Papa früher.
Trotzdem fällt im Bad noch viel Plastemüll an- von der Shampoo Flasche über die Abschminktücher bis hin zur Zahnpastatube. Aber da brauch ich jetzt erstmal nach und nach alles auf und schaue dann, wo ich evtl. noch weiter umstelle- Alternativen gibt es genug.

Schritt 6: Haushalt

Ich war schon immer n Sparfuchs, was Strom usw. betrifft. Mama hat immer gesagt „Licht aus“ und das mach ich auch heute noch sehr konsequent. Oft tut es auch die Kerze um n bissl Muschibubustimmung zu Hause zu haben und nicht ganz im Zappendunkeln zu sitzen. Die ranzigen Plastekochlöffel und das Ikea Plastikbrett hab ich gegen Holzmodelle getauscht. Waschmittel gibt’s bei mir ab jetzt nicht mehr in flüssiger Form, sondern wieder Pulver in grossen Kartons.
Es gibt noch so viel mehr, das ich machen möchte, aber Fräulein Hamster hat n Haufen Kram auf Vorrat gekauft, der jetzt erstmal verbraucht werden muss. Wir sind eine Wegschmeissgesellschaft geworden und leben in so viel Luxus, der uns gar nicht bewusst ist. Sich ab und zu mal die Frage stellen, brauch ich das jetzt wirklich, oder was ist da eigentlich drin, bzw. wo kommt das her…das schadet sicher nicht.

Ich hab auf jeden Fall riesen Freude an diesem „neuen Projekt“ und merke, wie ich mit so viel Begeisterung auch meinen Mitmenschen davon berichte und sie, so wie jetzt hoffentlich euch, auch zum Nachdenken anrege.
Ich spare jährlich jetzt also folgendes ein:

4320km mit dem Auto (grob gerechnet, wenn man nur den Arbeitsweg nimmt und nicht bedenkt, dass ich auch bei vielen anderen Wegen die Karre jetzt mal stehen lasse)

  • 705 PET Flaschen
  • 1116 Kaffeekapseln
  • 12 Zahnbürsten
  • 52 Einwegrasierer

Wenn nur 10 von euch, die das jetzt gelesen haben auch einige der Sachen umsetzen, dann haben wir schon ne ganze Menge erreicht und können hoffentlich noch länger unsere wunderschöne Natur geniessen, ohne im Plastikmüll und vor Abgasen zu ersticken.